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Pressemeldung

27.11.2015
Wegweisende Impulse fürs Malerhandwerk
Dr. Murjahn-Förderpreis 2015 in Berlin verliehen

BERLIN. Christian Schwarz, Geschäftsführer und Inhaber der Schwarz GmbH (Arnstorf), und Timo Fischer, Firmenchef der Fischer Malerbetrieb GmbH (Herne), heißen die Preisträger beim Dr. Murjahn-Förderpreis 2015. Ihre wegweisenden Projekte und außergewöhnlichen Initiativen im Maler- und Lackiererhandwerk wurden mit jeweils 15.000 Euro dotiert. Anerkennungen in Höhe von 5000 Euro gingen an Günther Catterfeld vom Förderkreis zugunsten des Malernachwuchses in Bremen, die Maler- und Lackiererinnung Rhein-Main (Offenbach) und Anke Vander-Vreken von der Vander Vreken Malerwerkstätte GmbH (Eschweiler/Aachen). Den erstmals ausgelobten und gleichfalls mit 5000 Euro dotierten Sonderpreis für Jungmeister/innen erhielt Jessica Müller von der Malerwerkstätte Karl Müller in Pulheim. Die Preisverleihung am 18. November im Meistersaal des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH) in Berlin war eingebunden in eine Veranstaltung des Bundesverbandes Farbe Gestaltung Bautenschutz, der Partner des Förderpreises ist.

„Kreatives Marketing im Malerhandwerk“

Vor zahlreichen Honoratioren des Malerhandwerks, Repräsentanten der Landesinnungsverbände und des Bundesverbandes sowie Mitgliedern des Maler-Nationalteams nahm Maler- und Lackierermeister Christian Schwarz den Dr. Murjahn-Förderpreis 2015 für das Projekt „Kreatives Marketing im Malerhandwerk“ entgegen. Kunden wird nicht nur in beeindruckender Weise eine ganzheitliche Raumgestaltung und -beratung geboten. Zudem nutzt der Betrieb konsequent die Möglichkeiten der Neuen Medien und verbindet diese geschickt mit klassischer Öffentlichkeitsarbeit wie etwa Tage der offenen Tür und Präsenz in der Lokal-/Regionalpresse, heißt es im Juryurteil: „Das Malerhandwerk steht wie viele andere Bereiche in einem starken Wettbewerb. Dieser wird oft nur durch den Preis entschieden. Die Firma Schwarz zeigt innovative Wege auf, mit denen sich die Malerbranche nachhaltig und kundenorientiert vermarkten und somit nicht nur über den Preis profilieren kann. Durch zielgruppenorientierte Beratung, hervorragende Handwerksleistung und vor allem durch kreative Möglichkeiten in der Ansprache gelingt es, Kunden den so wichtigen Mehrwert zu verdeutlichen. Dabei beeindruckt die intensive Nutzung von Facebook genauso wie der außergewöhnliche Internetauftritt. Die strategische Ausrichtung auf den Kunden ist zukunftsweisend.“ Ersichtlich wird, dass sich Kreativität nicht allein auf die handwerkliche Leistung erstreckt. Für den geschäftlichen Erfolg genauso entscheidend ist, wie diese präsentiert wird und vom Kunden als besonders nachvollzogen werden kann. Mit der Philosophie, die Möglichkeiten des eigenen Betriebs optimal zu nutzen, und der Art der Umsetzung dieser Idee gibt die Firma Schwarz „Impulse, die für das gesamte Malerhandwerk von Bedeutung sind“, so Laudator Roland Morgenroth (Landesinnungsmeister Bayern)

„Buntes Ruhrgebiet“

Mit der Charity-Initiative „Buntes Ruhrgebiet“ engagiert sich die Fischer Malerbetrieb GmbH seit Oktober 2014 im monatlichen Wechsel für soziale und karitative Einrichtungen der Region. Mal verschönert das Familienunternehmen renovierungsbedürftige Umkleidekabinen eines Vereinsheims, mal verleiht die Firma dem Raum eines Kindergartens neuen Glanz – und das stets kostenlos, ganz für den guten Zweck, denn den Hilfeempfängern fehlen schlicht und ergreifend die nötigen Mittel, um eigenständig für Abhilfe zu sorgen. „Mit dem Projekt ‚Buntes Ruhrgebiet‘ wird der Malerfachbetrieb Fischer seiner sozialen Verantwortung in der Heimatregion mehr als gerecht“, so die Jury. Er sorgt im Rahmen der Möglichkeiten eines Familienunternehmens und der eigenen Kernkompetenz für Verbesserungen in sozial benachteiligten Umfeldern. Vom „bunten Ruhrgebiet“ profitieren alle beteiligten Seiten. Die unterstützten Projekte freuen sich über die kostenlose professionelle Hilfe, und der Fischer Malerbetrieb steigert deutlich seine Bekanntheit in Verbindung mit einem außerordentlichen Imagegewinn. Wegweisend am „bunten Ruhrgebiet“ ist, „dass diese positiven Effekte für den Betrieb entstehen, ohne dass dieser auf herkömmliche Weise finanziell werblich in Aktion tritt. Das soziale Engagement ist als beispielhaft einzustufen und trägt zudem auch bei den Mitarbeitern der Firma zum außergewöhnlich guten Betriebsklima bei“, sagte Laudator Paul Laukötter (Landesinnungsmeister Westfalen). Der Malerbetrieb aus Herne hat sich mit der Charity-Aktion ein Alleinstellungsmerkmal geschaffen. Eine solche Initiative ist aktuell im Malerhandwerk einzigartig. Dieser Leuchtturmcharakter spiegelt sich auch in der medialen Resonanz wider. So wurde über jedes Projekt in der lokalen und regionalen Presse berichtet. Überdies gab es bundesweite TV-Beiträge zum Beispiel in Sat 1. 

Den Nachwuchs begeistern

„Das ehrenamtliche Engagement von Günther Catterfeld hat das Prädikat einer besonderen Leistung, die in dieser Form einmalig ist“, würdigte Laudator Thomas Kurzke (Landesinnungsmeister Bremen) den Einsatz Catterfelds im Förderkreis zugunsten des Malernachwuchses in Bremen. Schon vor vielen Jahren habe Günther Catterfeld erkannt, dass die Begeisterung junger Menschen für das Malerhandwerk auch damit zusammenhängt, wie sie ausgebildet und insbesondere an den Beruf herangeführt werden. Hervorzuheben sei, dass Auszubildende, die den Förderkreis durchlaufen haben, bei ihrer Gesellenprüfung erheblich bessere Abschlüsse erzielen. Günther Catterfeld ist das Gesicht des Förderkreises, für den er im Ruhestand einen großen Teil seiner Zeit investiert. Er darf sich nicht nur der hohen Wertschätzung der Mitglieder des Förderkreises sicher sein, sondern auch der Dankbarkeit vieler junger Menschen, die er unterstützte und bei ihrem beruflichen Werdegang menschlich wie fachlich begleitete.

„Ausbildungsoffensive“: Dualer Studiengang Bauingenieurwesen

2014 startete die Maler- und Lackiererinnung Rhein-Main eine übergreifende Offensive mit dem Ziel, dem Handwerk durch eine praxis- und baustellenorientierte Ausbildung gute Fach- und Führungskräfte zu sichern. Maßgeblicher Bestandteil dieser Ausbildungsoffensive ist der Duale Studiengang Bauingenieurwesen (Bachelor of Engineering) in Kombination mit der Ausbildung zum Gesellen im Maler- und Lackiererhandwerk.  Die Initiative für den Nachwuchs gehört zu den originären Aufgaben einer Innung. Das besondere Engagement der Innung Rhein-Main liegt in der dualen Ausbildung eines Studiums des Bauingenieurwesens an der Frankfurter University of Applied Science,  das mit einer Ausbildung im Maler- und Lackiererhandwerk kombiniert ist. „Die Idee und Umsetzung eines solchen dualen Studienganges durch eine Innung übertrifft bei weitem ihr generelles Aufgabengebiet und ist gerade perspektivisch besonders herauszustellen, sagte Laudator Klaus Leithäuser (Landesinnungsmeister Hessen). „Das Studium stellt eine fundierte und praxisorientierte Ingenieursausbildung dar, die die Studierenden in Kombination mit der Ausbildung zum Maler und Lackierer zu viel gefragten Personen in der Bauwirtschaft machen. Absolventen des neuen dualen Studiums haben hervorragende Zukunftschancen.“

„Ganzheitliche Gestaltungsansätze“

Mit drei Gestaltungsentwürfen hatte sich Anke Vander-Vreken beim Dr. Murjahn-Förderpreis beworben. Die eingereichten Projekte zeigen „deutlich und eindrucksvoll, dass Farbe Stimmung, Orientierung, Gestaltung und Atmosphäre in gleichem Maße sein kann. Die besonders gelungenen Beispiele zeichnen sich durch ihren ganzheitlichen Gestaltungsansatz aus. Neben Farbgebungen hat der Malerbetrieb von Anke Vander-Vreken sich in überzeugender Weise mit weiteren für die Innenraumkonzeption maßgeblichen Faktoren befasst. So wurden Möblierung, Logoentwürfe, Beschilderungen und sogar die Lichtplanung vorbildlich einbezogen“. Die Gestaltungen vermitteln Anspruch, schaffen Stimmungen und heißen willkommen. „Die ganzheitlichen Konzepte vereinen Funktion, Form und Material in großartiger Weise und zeigen exemplarisch auf, welche außergewöhnlichen Leistungen das Malerhandwerk zu bieten hat“, freute sich Laudator Jan Bauer (Landesinnungsmeister Nordrhein).

Triales Handwerksmanagement

Über den Sonderpreis für Jungmeister/innen konnte sich Jessica Müller freuen. Um sich auf die Nachfolge im elterlichen Malerbetrieb optimal vorzubereiten, entschied sie sich für den Trialen Studiengang Handwerksmanagement (Bachelor of Arts) als Angebot der Handwerkskammer Köln und der ansässigen Fachhochschule des Mittelstandes (FHM). Dieses Studium integriert drei Abschlüsse: Geselle, Meister und den Bachelor of Arts (B.A.). Das Triale Studium Handwerksmanagement (B.A.) in Köln ist bislang einzigartig in Deutschland. Es trägt dazu bei, dass junge Menschen sich nicht mehr zwischen Studium oder handwerklicher Ausbildung entscheiden müssen. Jessica Müller zählt zu diesen hoffnungsvollen Talenten, die Ausbildung, Weiterbildung und Hochschulstudium miteinander kombinieren konnten. „Ihr Berufsweg, ihre Initiative und Tatkraft beeindrucken“, urteilte die Jury: „Jessica Müller absolvierte den Trialen Studiengang Handwerksmanagement nicht nur als erste Frau im Maler- und Lackiererhandwerk. Sie war auch immer Jahrgangsbeste und schloss das Studium vorzeitig ab.“ Neben dieser besonderen Leistungsbereitschaft zeichnet sich Jessica Müller durch eine hohe soziale Kompetenz aus. Dazu gehören die gezielte Förderung der Ausbildung im elterlichen Betrieb sowie die Betreuung der taubstummen Mitarbeiter im Unternehmen. „Das Absolvieren des Trialen Studiums mit Prädikat und die außerordentlichen Leistungen im elterlichen Unternehmen sind nicht allein Resultat von Talent“, sagte Laudator Roland Brecheis: „Sie erfordern genauso Wille, Disziplin und Durchhaltevermögen. Diese Attribute vereint Jessica Müller auf besondere Weise, was durch die Auszeichnung beim Dr. Murjahn-Förderpreis noch einmal hervorgehoben wird.“

Auch Preisstifter Dr. Klaus Murjahn würdigte die hohe Qualität der ausgezeichneten Projekte und dankte allen Bewerbern für ihre Teilnahme. Zugleich rief er dazu auf, 2016 wieder beim Förderpreis mitzumachen. Dr. Murjahn dankte allen Beteiligten, die den Preis unter Leitung des Kuratoriums-Vorsitzenden Erich Dietz zum Erfolg geführt haben. Der Präsident des Bundesverbandes Farbe Gestaltung Bautenschutz Karl-August Siepelmeyer betonte das außergewöhnliche Engagement des Preisstifters als Ausdruck höchster Wertschätzung für das Maler- und Lackiererhandwerk. Die Preisverleihung in Berlin habe mittlerweile Tradition freute sich auch ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke. Für dieses jährliche Treffen der Malerfamilie und der Familie Murjahn stünde der Meistersaal im ehrwürdigen Haus des Deutschen Handwerks stets zur Verfügung. Mit der Preisverleihung 2015 ist der Startschuss für die kommende Ausschreibung gefallen. Der jährlich vergebene Förderpreis ist mit 50.000 Euro dotiert. Er wird unabhängig davon verliehen, welche Materialien der Maler einsetzt oder mit welchem Hersteller er zusammenarbeitet. Mehr unter „www.Dr-Murjahn-Foerderpreis.de“.

Fotos: Kuratorium „Dr. Murjahn-Förderpreis“