Preisträger 2018

„Erstmaßnahme bei Schimmelbefall“

Haico Böhmer
Malerwerkstätte Böhmer GmbH

Haico Böhmer

Malerwerkstätte Böhmer GmbH

Preisträger Haico Böhmer entwickelte ein patentiertes Verfahren, mit dem sofort beim Feststellen eines Schimmelschadens Maßnahmen zur Sanierung ergriffen werden können. Bisher wird beim Erstkontakt in aller Regel zwar der Schaden aufgenommen, die eigentliche Sanierung erfolgt aber erst zu einem späteren Zeitpunkt.

„Ja, das bleibt ein Geheimnis“, lautete die Antwort von Malermeister Haico Böhmer aus Weiterstadt (Hessen), als er während der Preisverleihung 2018 gefragt wurde, ob er denn die Rezepturbestandteile des von ihm entwickelten Gels zur Schimmelsanierung nennen könnte. Auskunftsfreudiger war der Preisträger, als es um die Funktionsweise des patentierten Verfahrens ging, mit dem sofort beim Feststellen eines Schimmelschadens Maßnahmen zur Sanierung ergriffen werden können. Bisher wird beim Erstkontakt in aller Regel zwar der Schaden aufgenommen, die eigentliche Sanierung erfolgt aber erst zu einem späteren Zeitpunkt.

Böhmers innovatives Verfahren zeichnet sich dadurch aus, dass ein gelartiges Anti-Schimmelpilzmittel auf die zu behandelnde Fläche aufgetragen und durch eine Folie eingekapselt wird. Es wirkt einige Tage ein, wobei sich ein Schutzfilm bildet, der Restsporen in sich bindet. Die Folie kann rückstandsfrei abgezogen werden, der Schutzfilm lässt sich mit Wasser entfernen. Das eigentliche Gel zerfällt in seine Bestandteil Wasser und Kohlenstoff. Es bleiben keine toxischen Rückstände. Aufgrund des sich bildenden Schutzfilms reduziert sich auch für den Handwerker das Gefährdungspotenzial bei der Schimmelsanierung. Die patentierte Lösung bei der Beseitigung eines in der Praxis häufig vorkommenden Problems kann das Malerhandwerk generell in einem lukrativen Geschäftsfeld zum bevorzugten Partner machen.

Preisträger 2018

„Werkzeug- und Techniktag“

Winfried Jünemann
Maler- und Lakierermeister

Winfried Jünemann

Maler- und Lakierermeister

Malermeister Winfried Jünemann hat sich in hohem Maße um die Aus- und Weiterbildung verdient gemacht. Für den von ihm initiierten „Werkzeug- und Techniktag“ wurde er mit dem Dr. Murjahn-Förderpreis 2018 ausgezeichnet.

Winfried Jünemann hat den Dr. Murjahn-Förderpreis 2018 für außergewöhnliches Engagement in der Aus- und Weiterbildung erhalten. Als Vorsitzender eines Gesellenprüfungsausschusses und Inhaber eines Ausbildungsbetriebes stellte er fest, dass bei Auszubildenden immer weniger Werkzeug-, Material- und Technikkenntnisse vorliegen – eine Tatsache, die der Malermeister aus Algermissen nicht akzeptieren wollte: „Das Malerhandwerk hat sich sehr weiterentwickelt, so dass eine Firma oder auch eine Schule die enorme Bandbreite an Wissen gar nicht alleine abdecken kann. Wir gehen auf eine Messe, um uns weiterzubilden. Warum sollte also ein Auszubildender nicht auch eine Messe besuchen, die das Wissensspektrum der Branche vermittelt und einen Gesamtüberblick bietet?“
Jünemann rief deshalb in Zusammenarbeit mit dem Malerverband Niedersachsen eine außerbetriebliche Fortbildung ins Leben, die alle zwei Jahre gemeinsam mit Herstellern und Industriepartnern zentral durchgeführt wird und Azubis und Praktikanten grundlegende Werkzeug-, Material- und Technikkenntnisse vermittelt. Bereits der erste bundesweite Werkzeug- und Techniktag 2015 setzte Maßstäbe. Statt der erwarteten 400 Teilnehmer meldeten sich über 800 Azubis an. Konzeption und Organisation des „Werkzeug- und Techniktags“  besitzen Vorbildcharakter. Mittlerweile wird er auch in anderen Innungen/Landesverbänden durchgeführt.

Preisträger 2018

"Mobile Filteranlage für Fassadenreinigungen“

Peter Fuchs
Malermeister

Peter Fuchs

Malermeister

Preisträger Peter Fuchs hat eine kompakte, mobile und für kleine Handwerksbetriebe erschwingliche Schmutzwasser-Filteranlage entworfen und als Prototyp gebaut. Sie fängt das Wasser direkt auf und reinigt es, so dass man es ohne weiteres in die Kanalisation einleiten oder als Reinigungswasser wieder verwenden kann.

Dass Deutschland nach wie vor ein Land der Tüftler und Denker ist, stellte auch Malermeister Peter Fuchs aus Neunkirchen-Seelscheid (Nordrhein-Westfalen) unter Beweis. Er bekam den Dr. Murjahn-Förderpreis für die von ihm entwickelte „Mobile Filteranlage für Fassadenreinigungen“. Um eine qualitativ hochwertige Fassadenbeschichtung zu gewährleisten, bedarf es einer gründlichen vorherigen Reinigung der Fläche. Hierbei fällt stark verunreinigtes Wasser an, das entweder als Sondermüll aufgefangen und kostenpflichtig entsorgt werden muss oder erst nach einem komplizierten Genehmigungsverfahren in den Schmutzwasserkanal eingeleitet werden kann. Mit der neuen Filteranlage ist es möglich, das verschmutzte Wasser umweltschonend und preisgünstig zu reinigen und zu entsorgen. Bisher ist es für Betriebe des Maler- und Lackiererhandwerks sehr aufwendig, den gesetzlichen Anforderungen zu genügen. Die innovative Filteranlage vereinfacht diesen Prozess deutlich und bringt zudem einen erheblichen ökonomischen und ökologischen Nutzen. Was die Vermarktung der mobilen Filteranlage betrifft, nannte Peter Fuchs einen Preis, der auch für kleinere und mittlere Malerbetriebe interessant ist.

Preisträger 2018

"Natürlich gestalten und Upcycling"

Bianca Scholz
Malermeisterin und staatlich geprüfte Gestalterin

Bianca Scholz

Malermeisterin und staatlich geprüfte Gestalterin

„Bei der Meisterprüfung war die Entwicklung neuer Kreativtechniken gefragt“, erläutert Bianca Scholz, die den Sonderpreis für Jungmaler/-innen in der Kategorie „Farbe und Gestaltung“ erhielt. Da der Preisträgerin das Thema Naturverbundenheit und Müllvermeidung sehr am Herzen liegt, entstand die Idee, einmal gebrauchte oder nicht mehr benötigte Dinge genauso wie Naturmaterialien durch  Wiederverwertung (Upcycling) zu neuem Leben zu erwecken.

Was sich in der Modebranche längst etabliert hat, hält nun auch im Malerhandwerk Einzug: Die Rede ist von Upcycling (Wiederverwertung).Durch den Einsatz von Naturmaterialien und Upcycling von Gegenständen kann es in beeindruckender Weise gelingen, Wohnraumgestaltung und Umweltschutz in Einklang zu bringen. Preisträgerin Bianca Scholz stellte das eindrucksvoll unter Beweis. Im Rahmen ihrer Weiterbildung zur Malermeisterin und staatlich geprüften Gestalterin an der Schule für Farbe und Gestaltung in Stuttgart-Feuerbach befasste sie sich intensiv mit „Kreativen Wandgestaltungen – Naturmaterialien und Upcycling“. So entwarf und realisierte sie zum Beispiel für die Neugestaltung einer Bar bzw. eines Bistros eine Wandgestaltung aus Eierschalen. Die von ihr auf dem Weg zur Meisterprüfung entwickelten Ideen finden sich auch in einem Buch, das in vorbildlicher Weise Schritt für Schritt in die Welt der Gestaltungs- und Bearbeitungsmöglichkeiten von Naturmaterialien einführt. Wenngleich klassische Naturmaterialien wie Lehm und Kalk durchaus häufiger verwendet werden, eröffnen sich in diesem Bereich noch zahlreiche gestalterische Möglichkeiten. Bianca Scholz zeigt eindrucksvoll, wie wichtig Ressourcenschonung ist und selbst einfache Wandgestaltungen hierzu einen Beitrag leisten können.

Dieser Preis ist konkreter Ausdruck
meines Dankes an das Malerhandwerk.
Dr. Klaus Murjahn

Dr. Murjahn-Förderpreis

Um die Innovationskraft und Kompetenz des deutschen Maler- und Lackiererhandwerks herauszustellen, wurde der Dr. Murjahn-Förderpreis ins Leben gerufen. Der von Dr. Klaus Murjahn gestiftete Preis ist mit 50.000 € dotiert und wird jährlich vergeben. Er zeichnet Fachbetriebe, Einzelpersonen oder Bildungseinrichtungen aus, die durch herausragende Leistungen wegweisende Impulse für das gesamte Malerhandwerk liefern.

Partner des Förderpreises ist der Bundesverband Farbe Gestaltung Bautenschutz.

Die Preisträger 2018 stellen sich vor

Aktuelles

26.11.2019

Beim Zentralverband des Deutschen Handwerks in Berlin werden fünf Preisträger ausgezeichnet.

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11.12.2018

Beim Zentralverband des Deutschen Handwerks in Berlin werden vier Malermeister ausgezeichnet

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11.12.2017

Preisträger werden beim Zentralverband des Deutschen Handwerks in Berlin ausgezeichnet

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